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Dr. med. Walter Kromm – Führung in Zeiten des Wandels

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Dr. Walter Kromm auf dem 11. Oberbayerischen Wissensforum.

 „Führung in Zeiten des Wandels – Gemeinsam erfolgreich arbeiten und dabei gesund bleiben“, ist auch Ihr Thema auf dem Oberbayerischen Wissensforum. Worum geht es?

 Es geht heute nicht mehr so sehr um „Betriebliches Gesundheitsmanagement“, sondern vielmehr um „Interaktionsmanagement“, um die Frage: Welches Wissen und welche Einsichten brauchen Menschen, um eigenverantwortlich und sinnstiftend mit sich selbst und anderen umgehen zu können?

Entscheidend ist also, dass die Beziehungsgestaltung gelingt?

Das ist sehr wichtig! Auch der beste Arzt der Welt könnte nicht annähernd so viel zur Gesundheit des Teams beitragen wie das Team selbst. Bei gelingenden Interaktionen kommen Austauschprozesse in Gang, die es sonst nicht gibt: zum Beispiel der Austausch von kraftgebenden Ressourcen und Wissen. Gelingt das Zusammenspiel nicht, dann ist das eine große Wachstumsbarriere und birgt vielfältige gesundheitliche Risiken.

Und was macht gute Gefühle?

Eigentlich sind es Selbstverständlichkeiten, die im Unternehmensalltag aber leider häufig zu kurz kommen. Die Arbeit muss wertgeschätzt werden. Es macht ein gutes Gefühl, auf Augenhöhe angesprochen zu werden, zu wissen, dass ich Unterstützung erfahre und Vertrauen haben kann. Es ist wichtig, in Verbundenheit mit anderen mitgestalten zu dürfen und vor wichtigen Entscheidungen nach meiner Meinung gefragt zu werden. Diese guten Gefühle geben Kraft und machen stark. Sie sind sozusagen Widerstandsressourcen gegen hohe Belastungen.

Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang die Unternehmenskultur?

 Die Unternehmen erkennen wieder den Nutzen einer emotionalen Bindung an den Betrieb. Verbundenheit ist der Nährboden, um Mitarbeiter aus einem Status des bloßen Dabeiseins zu aktiven und langfristig engagierten Mitgestaltern zu machen. Fühlen sich Menschen mit etwas verbunden, dann wollen sie das auch erhalten. Sie möchten ihren Beitrag zu den gemeinsamen Zielen leisten, weil sie einen Sinn darin sehen. Ich habe mich lange mit der Frage beschäftigt, wie Verbundenheit entstehen kann. Heute lautet meine Antwort: Menschen fühlen sich immer dann verbunden, wenn Sie ein gutes Gefühl haben.

Was sind gesundheitliche Herausforderungen für Führungskräfte?

Haben Führungskräfte die Kompetenz, die Atmosphäre in ihrem Team wie beschrieben zu organisieren, dann wird das auch für ihre eigene Gesundheit gut sein. Doch es bedarf auch einer Kompetenz in eigener Sache. Viele merken nicht mehr – so meine Erfahrung – dass Zeit, Muße, Liebe und Achtsamkeit unabdingbare Voraussetzungen sind, um eigenverantwortlich und sinnstiftend mit sich selbst und anderen umzugehen. Die meisten Menschen, die so etwas Ähnliches wie Burnout haben, sehen sich als Opfer der Umstände. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass viele sich durch ihr Denken, Fühlen und Verhalten unbewusst selbst verbrennen. Was unbewusst ist, können wir zunächst einmal nicht wissen. Meine Aufgabe als Arzt ist es, ihnen dabei zu helfen, diese Muster zu erkennen.

Welchen Nutzen können die Teilnehmer des Oberbayerischen Wissensforums aus Ihrem Vortrag ziehen?

Ich möchte sie dabei unterstützen, Antworten auf folgende Fragen zu finden: » Wie kann man verlässlich auf die Gesundheit und das Engagement der Menschen im Unternehmen einwirken? » Wie kann man die Barrieren, die ein gelingendes Miteinander verhindern, erkennen? » Welche Fallstricke in unserem Kopf stehen dem Wandel im Weg? » Wie wird den Menschen bewusst, was wirklich wichtig ist und worauf es ankommt? Die Antworten auf diese Fragen liegen oft viel näher, als wir denken. Doch warum sehen wir sie nicht? Was hindert uns daran, die Chancen zu erkennen? Warum ist es so einfach, den Nutzen eines gelingenden Miteinanders tagtäglich zu ignorieren und warum so schwer gegenzusteuern? Auch darum geht es in meinem Vortrag.

 

Mehr Informationen finden Sie hier: http://www.speakers-excellence.de/redner/walter-kromm-master-of-public-health.html

 

 

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