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Claudia Bünte

2. Juli 2021

Thesen zur Digitalisierung „Made in China“ Blog-Reihe

China hat gute Chancen, bis 2030 weltführend bei KI zu werden

„China wird aller Voraussicht nach auch bei KI und der Digitalisierung weltführend werden. Dafür gibt es drei Gründe:

Erstens: Viele Einwohner, viele Daten

China hat mit 1,4 Mrd. Einwohnern die größte Bevölkerung der Welt. Fast eine Milliarde Menschen sind mobile only unterwegs, d.h. sie sind online und das mit dem Smartphone. Daraus entsteht eine sehr große Menge an unstrukturierter Nutzungsdaten, die neue Erkenntnisse über Bedürfnisse des Alltags für Händler und Hersteller bringen können, wenn man sie richtig analysiert.

Zweitens: Ein Datenschutz, der das verknüpfte Analysieren von Daten erlaubt

China hat ein Datenschutzgesetz, dass es stärker als in Europa und in den USA erlaubt, Daten verknüpft zu analysieren. Vereinfacht ausgedrückt schützen Europa und die USA die persönlichen Daten ihrer BürgerInnen vor einer ungewollten Datennutzung durch Firmen und den Staat. In China werden die Daten der BürgerInnen hauptsächlich vor anderen Staaten geschützt. NutzerInnen stimmen nur einmal einer Nutzung ihrer Daten durch eine Firma zu und diese Firma darf dann relativ breit und verknüpft diese Daten analysieren. Kombiniert mit KI entstehen dadurch tiefere Insights zu Kundenwünschen als in anderen Staaten. Zwar verschärft China gerade seit 1.1.2021 den Schutz der persönlichen Daten und im Laufe des Jahres kommen, aller Voraussicht nach noch zwei weitere Datenschutzgesetze hinzu, dennoch bleibt die Analysemöglichkeiten für chinesische Firmen größer als die anderer Firmen.

Drittens: Ein klarer Fokus der Regierung auf die Entwicklung von KI

Die Einparteienregierung in China hat einen eigenen 5-Jahres-Plan für KI entwickelt. Das erklärte Ziel: China will bis 2030 weltführend bei KI sein. Bestandteil dieser Strategie sind viele, sehr detaillierte Maßnahmen. Und: China gibt zwar in etwas soviel Geld wie Deutschland pro BürgerIn und Jahr aus  – aber das Land ist ungleich größer, so dass China rund 17 mal soviel Geld in die KI-Grundlagenforschung pro Jahr investiert wie Deutschland.

Claudia Bünte

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