Amboss oder Hammer sein – soziale und digitale Transformation

Digitale Revolution und Mitarbeiter: Lerne zeitig klüger sein! Das riet schon Goethe. Und das ist auch die Empfehlung von Prof. Dr. Jutta Rump im Gespräch mit Marc Wagner. Unternehmen müssen New Work jetzt gestalten, wenn sie ihre Zukunft gestalten (und nicht von ihr überrollt werden) möchten. Detecon: Frau Professor Rump, wie wirkt sich aus Ihrer Sicht die Digitalisierung auf die Gestaltung von Arbeit aus? Prof. Dr. Jutta Rump: Ich glaube, dass alle manuellen und kognitiven Routinetätigkeiten auch in hochkomplexen Prozessen durch das Thema Digitalisierung beeinflusst, wenn nicht sogar substituiert werden. Viele Firmen investieren aktuell in diese neuen Technologien, um Kostenvorteile zu generieren. Das ist wie ein Naturprozess: Wasser kann man nicht aufhalten, es bahnt sich seinen Weg. Es wird negative und positive Auswirkungen…

Mitarbeiter 4.0: Beschäftigungseffekte

Große Herausforderungen stellen die Beschäftigungseffekte dar, die im Kontext der Digitalisierung vermutet werden. Die Beschäftigungseffekte sind in qualitative und quantitative zu gliedern. Auf der qualitativen Ebene, also den Anforderungen an Qualifikationen und Kompetenzen, wird von einer steigenden Bedeutung von IT-Grundkompetenz und Medienkompetenz, Methoden- und Social-Skills, emotionaler und sozialer Kompetenz, kreativer Kompetenz, Lern- und Veränderungsbereitschaft sowie -fähigkeit, Fähigkeit im Umgang mit Geschwindigkeit und Komplexität, Selbst-Management und lebenslangem Lernen ausgegangen. Auch die Fähigkeiten, mit und ohne direkten persönlichen Kontakt zu kommunizieren und zu kooperieren sowie Wissen zu teilen, gehören zu den essentiellen Anforderungen. Dabei werden alle Beschäftigten und Berufsgruppen in den Blick genommen. An dieser Stelle tun sich ad hoc zwei Fragen auf: 1. Ist eine solche Ausweitung des Anforderungsprofils realistisch? 2….

Personalführung 4.0: Führungskräfte haben ein Aufgaben- und Rollenprofil

Der Umgang mit Vielfalt in Teams und Organisationen, mit Veränderungen als Normalzustand, mit Komplexität resultierend aus den Megatrends, mit Agilität und Beschleunigung, mit Verdichtung und Vernetzung sowie mit Spannungsfeldern, die es auszubalancieren gilt, stellt Führungskräften vor erhebliche Herausforderungen. Es reicht nicht mehr aus, einen Führungsstil im Sinne der Management-Lehre zu praktizieren (arbeitsbezogener Führungsstil). Neben Management-Stil und Management-Instrumenten braucht es eine Leadership-Philosophie mit den entsprechenden Skills und Einstellungen (mitarbeiterbezogener Führungsstil). Werden konsequent die Ergebnisse der Analyse der Megatrends, das Spektrum der Konsequenzen der Digitalisierung jenseits der Technik, das Konzept von Arbeiten 4.0, der Umgang mit den Spannungsfeldern in der Unternehmensführung sowie die Notwendigkeit von Management und Leadership als wirksame Führungsstile zugrunde gelegt, ergibt sich folgendes Aufgaben- und Rollenprofil, welches Sie umsetzen…