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Wo steht NLP in 2016? – Ist Neuro-Linguistisches Programmieren out?!

Der Status Quo des Neuro-Linguistischen Programmierens

Kaum eine Methode hat in den letzten Jahrzehnten die Weiterbildungslandschaft in Deutschland so stark geprägt wie das NLP. Von vielen gepriesen als die wirkungsvollste Veränderungstechnik, die je entwickelt wurde, und von anderen gehasst und mit kritischen Kommentaren geächtet. Was ist dran am Neuro-Linguistischen Programmieren und wo steht es heute?

Neuro-Linguistisches Programmieren wurde in den frühen siebziger Jahren an der University of California in Santa Cruz von Richard Bandler, John Grinder, Frank Pucelik und einem großen Kreis weiterer engagierter Menschen entwickelt. Die Grundidee war, die Methoden und Vorgehensweisen von hervorragende Kommunikations- und Veränderungsexperten zu untersuchen und deren Strategien zu modellieren.

Ist NLP aus der Mode?

In Deutschland gibt es seit 1980 eine immer weiter wachsende Schar von Menschen, die sich in Neuro-Linguistischem Programmieren ausbilden lassen. Derzeit werden pro Jahr ca. 4.000 NLP-Ausbildungen zum Practitioner, Master, Trainer oder Coach nach den Richtlinien des DVNLP erfolgreich abgeschlossen. Zwischen 200 und 300 neue NLP-Trainer betreten jährlich den Markt. Die Zahl der Absolventen hat sich über die Jahre in kleinen aber kontinuierlichen Schritten erhöht. Neuro-Linguistisches Programmieren erlebt also weder einen starken Boom, noch ist es aus der Mode. Bald steht der 50.ste Geburtstag an und Neuro-Linguistisches Programmieren hat sich fest etabliert. Bei Landsiedel NLP Training nehmen jedes Jahr ca. 10.000 Menschen an NLP-Einführungsveranstaltungen und NLP-Spezialseminaren teil. Nur ein kleiner Teil davon absolviert eine zertifizierte NLP-Ausbildung. Die meisten nutzen Neuro-Linguistisches Programmieren in den Kontexten von Unternehmensführung, Verkauf, Motivation und privat.

Wird NLP auch von Firmen eingesetzt?

Immer mehr Firmen setzen Neuro-Linguistisches Programmieren ein. Im Austausch miteinander kamen führenden NLP-Anbieter zu dem Ergebnis, dass rund 90% der DAX-Unternehmen mit Neuro-Linguistischem Programmieren trainieren. Dabei gehen bei weitem nicht alle offen damit um. In vielen Unternehmen taucht der Begriff Neuro-Linguistisches Programmieren gar nicht auf. Das geht sogar so weit, dass viele Trainer Neuro-Linguistisches Programmieren aus ihrem Lebenslauf verbannen, was sie aber dennoch nicht daran hindert, NLP-Methoden wie aus dem Lehrbuch einzusetzen und sie unter einem anderen Label zu verkaufen. Letztendlich wird der Faktor Mensch und die Kommunikation der Mitarbeiter und Führungskräfte immer wichtiger, so dass sich Unternehmen heute kaum erlauben können, auf wirksame NLP-Methoden zu verzichten.

Warum wird NLP manchmal so heftig kritisiert?

Die Kritik kommt aus unterschiedlichen Richtungen. Da wären aktuell zum Beispiel die Schlagzeilen, die über die österreichische Politiker Haider und Hofer gemacht werden, die angeblich NLP-Methoden in Fernsehdebatten einsetzen. In den Anfangsjahren war es eher die Schlagzeile, dass Scientology Neuro-Linguistisches Programmieren einsetzen würde. Das mag alles stimmen, aber Neuro-Linguistisches Programmieren ist nur ein Werkzeug und zwar eines, was vor allem dazu dient, andere Menschen noch besser zu verstehen und WIN-WIN-Beziehungen aufzubauen. Letztendlich kann es jedoch wie jedes andere effektive Kommunikationswerkzeug auch destruktiv und zum eigenen Vorteil verwendet werden. Auch die Wissenschaft hat sich schon immer mit Neuro-Linguistisches Programmieren schwer getan. Der Ansatz ist so individuell, dass er mit herkömmlichen Forschungsmethoden und partiell untersucht werden kann. In letzter Zeit kamen einige Arbeiten zu dem Schluss, dass Neuro-Linguistisches Programmieren hoch wirksam ist. Die wissenschaftliche Kritik bezieht sich vor allem auf Studien aus den 1980er Jahren, wo es um die These der Augenzugangshinweise im NLP ging. Diese Studien gingen jedoch von einer falschen Annahme aus, so dass sie in Fachkreisen eigentlich gar nicht mehr genannt werden dürften.

Wie sieht die Zukunft des NLP aus?

Neuro-Linguistisches Programmieren ist eine dynamisch wachsende Disziplin. Aktuell geht der Trend dahin, die alten NLP-Muster weiter zu entwickeln oder durch komplett neue Ansätze auszutauschen und neue Anwendungen dafür zu schaffen. Sehr viele Menschen setzen Neuro-Linguistisches Programmieren im Kontext von Verkauf und Führung ein. Aber schon längst dringt Neuro-Linguistisches Programmieren in jeden Lebensbereich vor.
Durch Neuro-Linguistisches Programmieren ist es möglich, die eigenen Potentiale konsequent und zielorientiert weiter zu entwickeln. In diesem Sinne bezeichne ich Neuro-Linguistisches Programmieren gerne als „Psychologie für Gesunde“.
Im Unternehmenskontext könnte der Modelling-Ansatz des Neuro-Linguistisches Programmierens noch viel stärker zum Tragen kommen. Derzeit stehen viele KMUs vor dem Thema Unternehmensnachfolge, Führungskräfte wechseln immer schneller den Arbeitgeber und mit ihnen verliert das Unternehmen eine Menge Knowhow, das gar nicht in Prozessbeschreibungen und Handbüchern abgebildet werden kann. Neuro-Linguistisches Programmieren hilft dabei, die Faktoren erfolgreicher Führungskräfte und Verkäufer für jedes Unternehmen individuell zu identifizieren und dann mit geeigneten Mitteln an die Nachfolger weiter zugeben.

 

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