Mario Buchinger : Betrugsaffäre bei VW – Konsequenzen einer fehlerhaften Zielableitung

Mario Buchinger: Betrugsaffäre bei VW – Konsequenzen einer fehlerhaften Zielableitung In diesen Tagen wurde diese Frage oft diskutiert: Ist es möglich, dass ein Vorstand eines großen Konzerns, wie Volkswagen, über die Tricksereien wusste? Auch wenn es bei dem bekannten Ausmaß unwahrscheinlich erscheint, so muss man dennoch die Frage stellen, ob die obersten Führungsebenen alles wissen müssen oder wissen können. Die Antwort ist ganz klar: Nein, sie können nicht. Aber dennoch müssten sie Verantwortung tragen für das, was im ihrem Unternehmen von statten geht. Dies passiert aber leider nur selten beziehungsweise unzureichend. Auch wenn nicht jedes Handeln der Führungsebenen unterhalb der Vorstandsetage für die Unternehmenslenker unmittelbar beeinflussbar ist, so haben sie dennoch einen mittelbaren Einfluss. Es handelt sich um die Zielerwartung…

VW Skandal: In Deutschland kein Einzelfall?

Der VW Skandal ist in aller Munde. Der Betrug mit manipulierten Abgaswerten scheint sich nach derzeitigen Erkenntnissen nur auf Volkswagen zu beschränken. Dies heißt jedoch nicht, dass andere deutsche Unternehmen gegen ähnliche Skandale immun sind. Dieselgate ist wohl nur die Spitze des Eisbergs. Es ist sehr wahrscheinlich, dass unter der Oberfläche manch eines großen deutschen Konzerns ähnliche Zeitbomben ticken. Das dürfte auch für so manchen soliden Mittelständler gelten. Da helfen auch die besten Compliance-Regeln und Qualitätsstandards nicht. Volkswagen ist nämlich nicht einfach ein Opfer einzelner betrügerischer Mitarbeiter geworden. Die eigentlichen Ursachen des VW Skandal liegen in einer kritikfeindlichen Unternehmenskultur. In einem Klima, wo nicht mehr die Soll-Erfüllung sondern nur die Soll-Übererfüllung zählt, ist der gut gemeinte, kritische Hinweis eines Einzelnen…