MITARBEITER. BEGEISTERN. GÄSTE.

Der ‚War for talent‘ ist längst entschieden – und gewonnen haben die Mitarbeiter. Ich werde manchmal noch immer schief dafür angesehen, wenn ich das so deutlich ausspreche, aber ich bin fest davon überzeugt: Wer als Führungskraft heute noch glaubt, dass Abhängigkeit die beste Bindung ans Unternehmen darstellt, der hat den Schuss nicht gehört. Wir haben das 21. Jahrhundert, wir haben Fachkräftemangel in praktisch allen Branchen, wir sehen die Generation Y in Führungspositionen auf- und die Millennials als Mitarbeiter nachrücken. Bei aller Unschärfe der Datenlage und aller Diskussion darüber, wer die sagenumwobenen Y’ler und Millennials nun sind: Wir brauchen diese Mitarbeiter. SERVICE BRAUCHT BEGEISTERUNG Mehr noch: Ganz besonders in der Hospitality-Branche haben wir großes Interesse daran, dass diese Menschen nicht nur…

Schweigen kommt von Schwarmdummheit

Als das Adlon vor beinahe 20 Jahren neu eröffnete, war ich dort der erste Hotelmanager. Sie können sich den Druck vorstellen, der auf uns allen lastete: In den ersten Monaten sollte das Haus zeigen, dass die wiederbelebte Legende Adlon die hohen Erwartungen erfüllen kann. Dass der immense Aufwand, der für die Wiedereröffnung betrieben worden war, sich gelohnt hatte. Keine Zigarre für Bill Clinton Neun Monate nach der Wiedereröffnung bekommen wir die ultimative Gelegenheit, es zu beweisen. Wir haben den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu Gast: Bill Clinton. Die Krönung des Besuchs soll das große Staatsbankett zu seinen Ehren werden. Bis zum Dessert läuft alles perfekt. Doch dann kommt plötzlich mein Oberkellner Karl mit ernster Miene auf mich zu…

Fremdsprache Freundlichkeit

Auf Bali, der Insel der Götter, sind überbordende Herzlichkeit und Freundlichkeit nicht nur im Service etwas völlig alltägliches, sondern praktisch überall. Zum Beispiel im Straßenverkehr: Zwar fahren Balinesen nie ohne Faust auf der Hupe, zwar knattern Mopedfahrer permanent halsbrecherisch links und rechts an den Autos vorbei, zwar parken Autos in der Rush-Hour auch mal mitten auf der Hauptverkehrsstraße – das aber geschieht ohne jede Aggressivität. Man könnte das Dauerhupen geradezu als „liebevoll“ bezeichnen. Als charmantes Flirten. Als besorgten Hinweis: „Hey, schau mal, ich bin hinter Dir und überhole gleich, bitte erschreck Dich nicht und schönen Tag noch!“. Hier im Westen fahren wir ja eher im Nahkampf-Modus: Ich will schneller sein, ich will Recht haben, ich will den Straßenverkehr maßgeblich mitgestalten. Im…