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„Ich war ein Kollateralschaden“

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WISSENSFORUM: Bestsellerautor und Coach Walter Kohl über Umbrüche und Zukunft

So wie wir in jedem Kreisverkehr eine Entscheidung treffen müssen, müssen wir das auch bei den inneren Kreiseln tun. Das sagt Walter Kohl, erfolgreicher Manager und Referent. „Auch hier müssen wir uns entscheiden– gehen wir in den Kampf oder in die Flucht, drehen wir uns im Kreis oder schlagen wir einen völlig neuen Weg ein.“ Kohl kommt am 14. September als Referent zum Südtiroler Wissensforum nach Bozen.

Maria Cristina De PaoliHerr Kohl, vor 4 Jahren haben Sie gemeinsam mit Pater Anselm Grün das Buch „Was uns wirklich trägt“ veröffentlicht.
Wann hat sich  er Politikersohn, Manager und Coach Walter Kohl erstmals nach dem Sinn des Lebens gefragt? 

Walter Kohl:
Schon als Jugendlicher haben mich Fragen wie „Warum tue ich etwas?“ oder „Wofür taugt das?“ bewegt. Spätestens aber nach dem Suizid meiner Mutter, dem Scheitern meiner ersten Ehe und der familiären Katastrophe ausgelöst durch die CDU-Parteispendenaffäre 2001 und 2002 wurde die Suche nach Sinn zu einem zentralen Thema meines Lebens.

Maria Cristina De Paoli: „Bist du derjenige, der in deinem Leben führt, oder wirst du geführt?“ Das ist eine Frage, die Sie gerne ihrem Publikum stellen. Ist ein selbstbestimmtes Leben heute überhaupt möglich? 

Walter Kohl:
Viel mehr als man zumeist denkt. Es ist wichtig, was passiert – aber noch viel wichtiger ist, was du daraus machst. Die eigene Einstellung, die eigenen Überzeugungen, oder besser gesagt die  eigenen Wahrheiten, prägen doch, wie wir die Welt sehen. Ein Beispiel: Lange litt ich unter meiner Herkunft und den damit verbundenen Erfahrungen von Diskriminierung und Gewalt. Heute  jedoch stehe ich zu mir selbst, gehe meinen Weg und nutze meine Herkunft und meine Biographie, um die Themen, die mir wichtig sind, öffentlich zu vertreten. So konnte ich meinen alten  Schmerz in neue Energie und Lebensfreude wandeln. Heute arbeite ich als Unternehmer, Coach und Autor daran,Menschen und Organisationen zu stärken. Denn starke Menschen sind souverän, brauchen keine Gewalt, machen keinen Krieg. Im Ergebnis arbeite ich für den Frieden.

Maria Cristina De Paoli:  Woher kommt die Kraft, um sich im Leben ebenso wie im Beruf neu auszurichten?

Walter Kohl:
Für mich sind mein Glaube, Sinn und der Wille, mein Leben zu gestalten, beruflich wie privat, zentrale Kraftquellen. Dabei verstehe ich Sinn als konkrete, alltags bezogene Antworten auf die Herausforderungen und Fragen unserer Lebensrollen, zum Beispiel als Ehemann, Vater, Bruder, Unternehmer. Jede Zeit hat ihre eigenen Antworten und das Leben fordert uns auf, sich seinen Fragen zu stellen.

Maria Cristina De Paoli: In Ihrem Vortrag in Bozen geht es vor allem um Umbruchsituationen und darum, wie man sie meistern kann. Sie selbst haben 2005 einen deutsch-koreanischen Werkzeuglieferant für die Automobilindustrie gegründet und sich damit für einen völlig neuen Lebensweg entschlossen.Was hat Sie dazu bewogen? 

Walter Kohl:
Die blanke Notwendigkeit. Nach dem Erdbeben der Spendenaffäre war meine Karriere als Manager beendet. Obwohl ich nie CDU-Mitglied war und überhaupt nichts mit den Ereignissen zu  tun hatte, war ich – so die immer wieder neu antworten. Im Frühling 2018 haben wir die Firma erfolgreich verkauft und sind glücklich verheiratet, wer hätte dies 2005 gedacht?

Maria Cristina De Paoli: Was würden Sie einem Unternehmer empfehlen, der eine Umbruchsituation in seiner Firma angehen muss?
Womit soll er anfangen? 

Walter Kohl: Fang bei dir persönlich an. Stelle dich innerlich und intern der Herausforderung, mache dich fit wie ein Sportler, der für einen wichtigen Wettkampf trainiert. Und wenn du fit  bist, dann trete heraus und zieh‘ dein Ding konsequent und beratungsoffen durch. Habe Mut, Ausdauer, Leidensfähigkeit und Überzeugung. Bleibe authentisch und nimm die anderen mit auf  deinem Weg. So kannst du Umbrüche meistern und Zukunft gestalten.

©Alle Rechte vorbehalten 

 

Walter Kohl

…hat Geschichte und Volkswirtschaft in Harvard und Wien sowie Business Administration in INSEAD in Fontainebleau studiert.Nach den Anfangsjahren als Investmentbanker in New York war Kohl in verschiedenen deutschen Großunternehmen als Manager tätig, von 2005 bis 2018 führte er mit seiner Frau einen deutsch-koreanischen Automobilzulieferer.Heute ist der 55-Jährige Referent, Bestsellerautor und Coach. Er ist der älteste Sohn des deutschen Altkanzlers Helmut Kohl.

 

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„Ich war ein Kollateralschaden“
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„Ich war ein Kollateralschaden“
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So wie wir in jedem Kreisverkehr eine Entscheidung treffen müssen, müssen wir das auch bei den inneren Kreiseln tun. Das sagt Walter Kohl, erfolgreicher Manager und Referent. „Auch hier müssen wir uns entscheiden– gehen wir in den Kampf oder in die Flucht, drehen wir uns im Kreis oder schlagen wir einen völlig neuen Weg ein.
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