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Erfahrungsbericht von Tamara Larizza

Urheber: Biletskiy Evgeniy

Ein Rennen wie im Bilderbuch, alles lief wie am Schnürchen vom Anfang bis zum Schluss. Aber hierzu mehr.

Der Malta-See war um 07.10 Uhr ruhig und klar, die Sonne bereits aufgegangen. Eine herrliche Stimmung, die ich zwar nicht wirklich genießen konnte, war ich doch etwas nervös vor meinem ersten Langdistanzrennen nach drei Jahren. Die Vorbereitung lief optimal, und ich fühlte mich bereit, heute eine super Leistung abzurufen. Auch der Pneu, welcher mich zwei Tage vor dem Rennen noch in Schach hielt, da trotz Wechsel über die Nacht jeweils die Luft wieder draußen war. Mmmhh… positiv denken, das kommt gut. Die Agegroup wurde in Startwellen aufgeteilt, also starteten alle AK Frauen zusammen etwa 100 m vom Ufer entfernt mit einem lauten Kanonenknall. Ab ging die Post! Ich ließ mich nicht aus der Ruhe bringen und legte ein gutes Tempo an, konnte nach einigen Metern Gerangel meinen Platz freischwimmen und in einem guten Rhythmus schwimmen. Da der See für Bootsregatten genutzt wurde, gab es eine superschöne Bojenlinie, welcher ich folgen konnte. Ein Zurechtfinden war also kein Problem.

Nach dem Schwimmen gingt es ruck, zuck! in die Wechselzone, und ab zu meinem Bike. Die 180 km waren in 4 Runden à 45 km aufgeteilt, relativ langweilig hinauf und wieder hinunter mit einer kurzen Schlaufe nach rechts, sonst gab es keine Kurven. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Wind gleich blies … sei es nun beim Hinauffahren oder auf dem Rückweg, also musste er wohl von der Seite gekommen sein. Mein Puls war zum Teil so tief, dass ich mich fragte, ob ich wohl ein bisschen mehr in die Pedale treten sollte, wollte aber meine volle Energie fürs Laufen aufheben. Trotz dauernder Triposition fühlte ich mich nach den 180 km recht gut, der Rücken fühlte sich auch in Ordnung an. Ein kurzer Aufenthalt auf dem ToiToi in der Wechselzone, und ab ging es auf die Laufstrecke. Vier Runden waren zu Laufen: zuerst am See entlang, dann in Richtung Stadt über Brücken, Feldwege und Sandwege ins Stadtzentrum, welches mit Pflastersteinen gesäumt war. Da die Runden so abwechslungsreich waren, verging die Zeit wie im Flug. Ich schlug bereits von Anfang an einen 4.45 h Schnitt an und war überrascht, dass ich jedes Mal, wenn ich auf die Uhr schaute, denselben Schnitt angezeigt bekam. Suuuper…. das läuft ja wie von selbst. Auch kurz vor km 30 war ich immer noch in meinem Schnitt unterwegs, spürte zwar langsam meine Fußsohlen, aber sonst war alles tipptopp. Auch die letzte Runde lief super, da ich nie das Gefühl hatte, am Anschlag zu sein. Der Puls war auch in der Grundlage, also stand dem Sieg nichts mehr im Weg. Da mir Filippo auf der letzten Runde „Du bist in Führung – jupiii!!!” zuschrie, lag doch sogar beim Roten Teppich Richtung Ziel noch ein wenig mehr Spurt drin, da ich auf dem Zielbogen eine Zeit von 9.59 h sah und mein Ziel unter 10 Stunden war. Da es recht schwierig war, sich bei den vielen verschiedenen Agegroups zurechtzufinden, und es auch keine Bänder pro gelaufener Runde gab, war ich mir bis zur letzten Laufrunde nie bewusst, auf welchem Rang ich lag.

Glücklich im Ziel angekommen, schaute ich auf die Uhr, und mir wurde bewusst, dass ich ja noch die Zeit, welche unsere Frauengruppe später gestartet wurde, abziehen konnte. Was für eine Zeit: 9.39.23 h! Das hätte ich mir nie erträumt. Mein Ziel EM-Sieg war geglückt, mein zweites Ziel unter 10 h hatte ich mehr als unterboten, und mich unter den Profifrauen zu klassieren, schaffte ich mit einem 7. Gesamtrang auch. Ein Riesenerlebnis, ein unglaubliches Rennen, einfach fantastisch.

Wie schafft man es, dem Körper eine solche Leistung abzuverlangen? Dies braucht eine klare strukturierte Vorbereitung und einen freien Kopf. Das Unterbewusstsein muss wissen, was man will, und nicht, was es nicht will. Es ist wichtig das man sich in solchen Momenten auf sich konzentriert und nicht auf die anderen.

Der Spaß muss mit dabei sein, man muss Freude haben, solch ein Ziel zu erreichen, oder zumindest die Lorbeeren zu ernten. Der Körper muss unbedingt auf eine solche Belastung vorbereitet sein. Das heißt: Training und Erholung ist ganz genau darauf eingestellt.

 

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