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Ambidextrie – jetzt oder nie?! Mit dem Rennwagen durch den Urwald?

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„Ambidextrie“ ist keine Krankheit…sondern laut Duden: „Substantiv, feminin – Beidhändigkeit, gleich ausgebildete Geschicklichkeit beider Hände“

Was bedeutet dies in der Businesswelt? Vor etwa 8 Jahren half ich meinem ersten Mentee, ihre Abschlussarbeit zu Ambidexterity zu schreiben, damals gab es das deutsche Wort anscheinend noch nicht. Und damals ging es mehr um generelle revolutionäre – heute würde man sagen disruptive – Strategieveränderungen sowie Einführungen von Innovationen bei gleichzeitigen (!) evolutionären Effizienzverbesserungen der bestehenden Angebote und Prozesse sowie Systeme.

In der Zeit der Digitalisierung brachte es der Initiator der „Anonymen Agilisten“ Stefan Hoch neulich in einer Workshop-Session sehr gut auf den Punkt:
Unternehmen brauchen sowohl zum einen ihr „Autobahn“- Hauptgeschäft, welches in seiner Masse über Jahre hinweg wie ein gut getunter Rennwagen die Umsätze und Gewinne eingefahren hat und sich inkrementell weiterentwickelt. Zum anderen muss „offroad“ neues Terrain, also neue Businessideen erkundet werden, um zukunftsträchtige Geschäftsfelder zu erforschen und zu initiieren – dazu bedarf es einem anderem Fahrzeug, einem Jeep, d.h. anderer Denk- und Verhaltensweisen außerhalb des Autobahntunnels, anderer (agiler) Methoden und (IT-)Tools sowie anderer Organisationsarten wie z.B. siloübergreifende Squads etwa beim digitalen Musikanbieter Spotify.

Wie der CSO eines traditionellen deutschen Marktführers betonte, gilt es den CEO mit Dschungel-Initiativen für sich zu gewinnen, sein Go zur Ausbesserung der Autobahnen folgt dann häufig fast automatisch. Umgekehrt langweilt sich ein Geschäftsführer eventuell mit den Details der Autobahnreparaturen – je nachdem wie die Obersten ticken (z.B. spielen dominante oder gewissenhafte Persönlichkeitsausprägungen dabei eine Rolle).

Warum „Ambidextrie – jetzt oder nie?!“: ins besonders wenn Unternehmen derzeit coole Innovation-Hubs mit stylisher Einrichtung ausgründen, entstehen ganz natürlich bei vielen Menschen des „Rest- oder Rumpfunternehmens“ gewisse Befindlichkeiten von Interesse, über Unverständnis, bis hin zu Neid; das passiert ganz automatisch sowohl bei Mitarbeitern als auch bei Führungskräften bis zur obersten Ebene.

Daher gilt es jetzt zu handeln und auf allen Ebenen ein gegenseitiges (Ein-) Verständnis zu schaffen, dass es nicht um „entweder oder“ bzw. um „besser oder schlechter“, respektive um „wichtiger oder unwichtiger“ geht. Das Rennauto mit seinen Fahrern (Mitarbeiter und Führungskräfte), als auch der Jeep und seine Fahrer, haben alle ihre Existenzberechtigung und Wertschöpfung – mal sichtbarer und in heutigem KPIs klar zu beziffern, mal weniger (v.a. bei zukünftigen Initiativen).

Alles beginnt mit gegenseitigen Wissen und auch ambivalenztoleranten Anerkennung des jeweils anderen „Fahrzeugs“: Öffnen Sie die Motorhaube, geben Sie tiefergehende Einblicke, damit nicht alles hinter verschlossenen Türen stattfindet. Vielleicht lassen Sie bei Bedarf auch mal den ein oder anderen eine Probefahrt im anderen Gefährt miterleben, also z.B. 1-2 Tage in der jeweils anderen Arbeitsform zusehen, lernen und vielleicht sogar mitarbeiten: Viele Ideen zu Motor, Lenkung etc. lassen sich wahrscheinlich auf der Autobahn und im Urwald nutzen, allerdings sicherlich nicht alle – eine weiche Federung spielt beispielsweise v.a. im Dschungel eine besondere Rolle – z.B. ist Planning Poker als agile Methodik eher bei neuer Softwareentwicklung geeignet.

Versuchen Sie also bitte nicht mit der Brechstange (u.a. als Order von oben), mit ihrem eventuell sogar tiefer-gelegten Rennauto durch den Urwald zu preschen!

Multimodale Unternehmensführung ist absolut kein einfacheres Unterfangen und erfordert sorgfältiges ambidexteres Transformationsmanagement!
Wenn Sie mehr hierzu erfahren wollen oder unsere Unterstützung in Anspruch nehmen wollen, sprechen Sie uns gerne an und schauen Sie beim Agile Transformation Summit vorbei.

 

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Ambidextrie - jetzt oder nie?! Mit dem Rennwagen durch den Urwald?
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Ambidextrie - jetzt oder nie?! Mit dem Rennwagen durch den Urwald?
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„Ambidextrie“ ist keine Krankheit…sondern laut Duden: „Substantiv, feminin - Beidhändigkeit, gleich ausgebildete Geschicklichkeit beider Hände“
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