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Der Einfluss der Machtlosen. Was wir gerade von Air Berlin lernen können

©fotolia: chalabala

Die Pleite von Air Berlin – fast jeder hat davon gehört. Deutschlands zweitgrößte Airline ist pleite und stellt diese Woche den Luftverkehr ein.

Umso erstaunlicher fand ich meine Flugreisen in den letzten Wochen. Noch vor wenigen Tagen saß ich in einem Flieger des Pleite-Unternehmens. Und spürte vor allem eins: Respekt. Denn das Team an Bord ließ sich von der außergewöhnlichen Situation nichts anmerken. Die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter waren höflich, aufmerksam und freundlich. Überhaupt nicht selbstverständlich, dachte ich mir. Schließlich ist für viele von ihnen die berufliche Zukunft sehr ungewiss!

Motiviert trotz Missmanagement

Frustriert einen das nicht? Als ich das Flugzeug verließ, fragte ich eine Flugbegleiterin: „Wie machen Sie das? Wie schaffen Sie es, hier motiviert zu stehen, obwohl klar ist: bald war es das?“ Ihre Antwort war interessant: „Als Team arbeiten wir seit Jahren gegen die schlechten Entscheidungen des Managements an. Irgendwann muss man sich klarmachen, wofür man arbeitet. Ich mache es, weil ich für unsere Passagiere da sein möchte. Die können für das Missmanagement so wenig wie meine Kollegen und ich.“

Hut ab, kann ich da nur sagen. Das Gespräch mit der Stewardess hat mich mal wieder daran erinnert: am Schluss haben wir eben selbst in der Hand, was wir aus dem Alltag machen. Es ist sehr leicht, sich von schlechten Rahmenbedingungen frustrieren und demotivieren zu lassen. Aber es ist eben auch möglich, sich trotz frustrierender Arbeitsbedingungen auf den Gestaltungsrahmen zu konzentrieren, den man hat – und dann das Beste draus zu machen.

Den Einflussraum nutzen – und sei er noch so klein

Stephen Covey, ein Bestsellerautor aus den 1980er Jahren, hat das schon vor Jahrzehnten in einem einfachen Modell festgehalten. Er sagt: die meisten Menschen verbringen Zeit damit, sich über Dinge zu ärgern, die sie nicht ändern können. Erfolgreiche, zufriedene Menschen konzentrieren sich auf den Bereich im Leben, den sie durch eigene Entscheidungen beeinflussen können. Und tun ihr Bestes, diesen Bereich stetig zu vergrößern und ihren Wirkungsgrad zu erhöhen.

Das gilt auch für mein Air Berlin-Erlebnis. Obwohl das Team, das mich im Flieger begleitet hat, keinerlei Einfluss hat auf das Schicksal des gescheiterten Riesenunternehmens – mir haben sie einen angenehmen und sicheren Flug gestaltet! Weil das im Rahmen ihrer Möglichkeiten war. Obwohl das Team in der größeren Struktur machtlos ist, haben sie ihren Einfluss genutzt, um mich mächtig zu beeindrucken!

Aus Selbst-Respekt das Beste versuchen

Davon können wir lernen. Egal wie frustrierend eine Situation ist, egal wie machtlos man sich fühlt – wir haben immer die Möglichkeit, über unser Handeln einen Unterschied zu machen. Das macht Eindruck. Und es zahlt ein, auf unseren Selbstwert und Selbst-Respekt!

Hier kommen Sie zum Profil von Nicola Fritze: https://www.speakers-excellence.de/redner/nicola-fritze-motivationsfrau.html

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