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Das Leben ist wie Brot – irgendwann wird’s hart

© Foto: W.R.Wagner / pixelio.de

Das Leben ist wie Brot – irgendwann wird’s hart / Der Begriff „German Angst“

Erfolg und Niederlage liegen bei wichtigen Entscheidungen oft dicht beieinander. Eine Unternehmensfusion etwa kann einen Konzern an die Weltspitze katapultieren – oder ihn binnen wenigen Jahren in die Insolvenz treiben. Zum Zeitpunkt der Entscheidung lassen sich die Konsequenzen oft noch nicht voll umfänglich absehen. Jürgen Hambrecht, ehemaliger Chef von BASF, hat es 2012 so formuliert: „Nachhaltigen Erfolg erzielt man nicht mit kurzfristigem Umsteuern. Wenn die BASF heute investiert, sieht man erst in zehn Jahren, ob sie damit erfolgreich ist.“

Tatsache ist: Wir brauchen Führungskräfte, die mutige Entscheidungen treffen, vorangehen und dabei auch Risiken eingehen. Die Alternative wäre Stagnation. Und schon Sokrates erkannte, dass Stagnation der Anfang vom Ende ist.

Erfolg ist eine Frage des Zeitpunktes

Es gibt Zeiten, da „gehört dir die Welt“ und alle blicken wertschätzend und bewundernd auf deine Leistungen, jubeln sie hoch zu Erfolgen, um dich kurz danach – und das kann sehr schnell umschlagen – als zu risikobereit, unfähig oder als „Loser“ zu bezeichnen.

Beim Fußball kann das von einer Saison auf die andere passieren. In der Wirtschaft dauert es mitunter schon ein paar Jahre, je nachdem, wie schwerfällig und undurchschaubar ein Unternehmen ist. Fakt ist: Erfolg und Niederlage liegen genauso nah beieinander wie Licht und Schatten. Aus einem Erfolg kann ebenso schnell eine Niederlage werden, wie aus einem frischen weichen Brot ein hartes Brot wird, an dem man sich die Zähne auszubeißen droht.

Die gute Nachricht liegt jedoch in der Erkenntnis, dass persönliche Entwicklung und Veränderung immer erst aus dem Tief heraus möglich werden.

 

In der Krise gehen wir neue Wege

Erst durch die Unsicherheit entsteht für uns die Möglichkeit, unser verstecktes Potential freizusetzen, um dann stärker als zuvor wieder aufzutauchen. Denn erst, wenn es „hart“ wird, verlieren wir – ausgelöst durch Druck – die mentale Selbstkontrolle und lassen los, weil wir die Lage mit dem Verstand nicht mehr „festhalten“ können. Wir lassen dann vielfältige Einflussfaktoren in unserem Gehirn zu, durch die anderes Verhalten möglich wird. Erst, wenn es nicht mehr weiter geht, suchen wir andere Wege, um zum Ziel zu kommen, und verlassen unsere gewohnten und eingefahrenen „Denkautobahnen“.

Nur so können wir auf Dauer eine veränderte, neue „innere Haltung“ aufbauen.
Scheitern und das Aushalten von Unsicherheit bilden ein Phänomen, bei dem es eigentlich „nur“ darum geht, sich neu zu sortieren, sich zu straffen, sich zu professionalisieren – und wieder los zu legen. Wem das gelingt, der ist, einmal gescheitert, unendlich viel reicher als jemand, dem diese Erfahrung fehlt.
„German Angst“ bremst Mut und Kreativität
In der deutschen Unternehmenskultur und Mentalität scheinen Fehler einfach nicht vorgesehen zu sein – anders als etwa in den USA, wo Menschen, die einmal am Boden lagen und sich wieder aufgerappelt haben, höchste Wertschätzung erfahren. In kaum einem anderen Land der Welt werden Irrtümer und Misserfolge so unnachsichtig geahndet wie hierzulande. Laut einer Studie der Uni Gießen unter Leitung des Wirtschaftspsychologen Michael Frese ist Deutschland unter 61 analysierten Ländern das Land mit der zweithöchsten Fehlerintoleranz weltweit – nach Singapur.

Diese mangelnde Fehlertoleranz spiegelt auch der mittlerweile international verbreitete Begriff der „German Angst“ wider. Er beschreibt ein Verhalten des Zögerns und Zweifelns – aus Angst vor Fehlern.
Aber ob im Sport oder in der Wirtschaft: Besonders erfolgreich sind auf Dauer meist nicht die Menschen mit dem größten Talent oder den besten Noten, sondern diejenigen, denen es gelingt, konstruktiv mit Unsicherheiten und Rückschlägen umzugehen.

Es lebe also die Niederlage, denn nur durch sie kommen wir weiter. Erst die Unsicherheit und das Risiko ermöglichen das Brechen von Regeln und das In-Frage-Stellen des Status Quo.

Nur so können wir von einer Ergebnisorientierung in eine Erlebnisorientierung kommen und an uns selber wachsen.
Weitere Informationen zur „German Angst“ und Michaela Bürger erhalten Sie hier: http://www.excellente-unternehmer.de/redner/michaela-buerger.html

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